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Website-Relaunch ohne Rankingverlust. Weiterleitungen, Tests und die Wochen danach.

Ein neuer Auftritt soll mehr Anfragen bringen, kostet aber oft zuerst Besucher. Meist liegt es an Adressen, die ins Leere führen, an verlorenen Inhalten oder an einer vergessenen Sperre für Suchmaschinen. Mit einem festen Ablauf lässt sich das vermeiden.

Auf einen Blick

  • Rankings hängen an Adressen: Jede alte URL mit Besuchern oder Verweisen braucht ein passendes Ziel auf der neuen Website.
  • Weitergeleitet wird dauerhaft (301) auf die inhaltlich passende Seite, nicht pauschal auf die Startseite.
  • Vor dem Livegang werden Weiterleitungen, Sperren, Sitemap, Titel und strukturierte Daten getestet.
  • Danach wird mehrere Wochen beobachtet: Indexierung, Fehlerseiten und die Klicks der wichtigsten Seiten.

Warum ein Relaunch Sichtbarkeit kostet

  • Alte Adressen führen auf Fehlerseiten, weil Weiterleitungen fehlen.
  • Gut gefundene Inhalte werden gekürzt oder entfallen.
  • Eine Sperre aus der Testumgebung (noindex oder robots.txt) bleibt aktiv.
  • Interne Verlinkung, Titel und Überschriften ändern sich ohne Plan.
  • Die neue Website lädt langsamer, vor allem auf dem Smartphone.

Bestands­aufnahme vor dem Umbau

Am Anfang steht eine vollständige Liste aller Adressen der alten Website. Die Liste entsteht aus drei Quellen: einem Crawl der Website, dem Leistungsbericht der Search Console mit Klicks und Impressionen je Seite und den Einstiegsseiten aus der Webanalyse. Dazu kommen die Ziele von Verweisen anderer Websites, soweit bekannt.

Für jede Seite wird entschieden: übernehmen, zusammenlegen oder entfernen. Seiten mit vielen Klicks oder Verweisen werden möglichst inhaltlich gleichwertig übernommen.

Zur Bestandsaufnahme gehört ein Ausgangswert: Klicks und Impressionen je Seite aus den letzten Monaten und die Anfragen je Kanal. Nur mit diesem Vergleich lässt sich nach dem Relaunch sagen, ob er gewirkt hat.

Der Weiterleitungs­plan

Art
Dauerhaft (301 oder 308), nicht vorübergehend (302 oder 307)
Ziel
Die inhaltlich passende Seite, nicht pauschal die Startseite
Ketten
Direkt zum Ziel, ohne Zwischenschritte
Entfernte Inhalte
Ohne Entsprechung: Statuscode 410 oder 404
Varianten
Mit und ohne www, http und https, mit und ohne Schrägstrich am Ende
Dauer
So lange wie möglich, nach Google mindestens ein Jahr

Am besten bleiben Adressen gleich. Jede Änderung der URL-Struktur, die nicht nötig ist, verursacht Aufwand und Risiko.

Inhalte und interne Links

Inhalte, die heute gefunden werden, behalten ihre Kernaussagen, Überschriften und Fachbegriffe. Wer zwei Seiten zusammenlegt, übernimmt die Antworten beider Seiten. Interne Links zeigen direkt auf die neuen Adressen, statt über Weiterleitungen zu laufen.

Titel und Beschreibungen von Seiten mit guten Platzierungen bleiben zum Livegang möglichst gleich. Verbesserungen folgen, sobald sich die neue Website eingependelt hat; so lassen sich Ursache und Wirkung auseinanderhalten.

Test vor dem Livegang

  1. Die Weiterleitungsliste automatisch prüfen: Jede alte Adresse liefert 301 und landet auf dem richtigen Ziel.
  2. Keine Sperren: Die robots.txt erlaubt das Crawlen, keine Seite trägt noindex, Canonical-Tags zeigen auf die neuen Adressen.
  3. Eine Sitemap mit allen neuen Adressen erzeugen und in der robots.txt verlinken.
  4. Titel, Beschreibungen und strukturierte Daten übernehmen oder verbessern.
  5. Formulare, Messung und Cookie-Einwilligung testen.
  6. Die Ladezeit auf dem Smartphone messen.

Die Wochen danach

Nach dem Livegang wird die neue Sitemap in der Search Console eingereicht. Der Bericht zur Indexierung zeigt, welche Seiten aufgenommen wurden und welche Fehler auftreten; Fehlerseiten mit Besuchern bekommen sofort eine Weiterleitung. Schwankungen in den ersten Wochen sind üblich, solange Google die Adressen neu zuordnet. Bleibt der Rückgang, liegt die Ursache meist in der Weiterleitungsliste oder in fehlenden Inhalten.

Bei einem Wechsel der Domain kommt das Tool zur Adressänderung in der Search Console hinzu.

Häufige Fragen

Wie lange müssen Weiter­leitungen bestehen bleiben?

Google empfiehlt, sie so lange wie möglich beizubehalten, mindestens aber ein Jahr. Verweise anderer Websites auf alte Adressen bestehen oft viel länger; dauerhaft beibehaltene Weiterleitungen kosten wenig.

Dürfen neues Design und neue Technik gleichzeitig kommen?

Ja, das Risiko steigt aber mit jeder gleichzeitigen Änderung. Bleiben Adressen und Inhalte gleich, lassen sich Probleme leichter einer Ursache zuordnen.

Wie eine neue Website von Anfang an gefunden wird, beschreiben die Module Websites und Sichtbarkeit.

Quellen

Websites als Einstieg.

Jedes Modul ist eigenständig nutzbar und lässt sich später um weitere Module erweitern.

  • Drei Schritte, „Websites“ vorausgewählt
  • Antwort in der Regel innerhalb eines Werktags
  • Unverbindlich